Kommentar zur Rechnung 2025
Das Rechnungsjahr 2025 schliesst mit einem Ertragsüberschuss vor Gewinnverwendung von 1'165 TCHF ab. Im Budget war ein Aufwandüberschuss von 1'130 TCHF vorgesehen. Damit fällt das Ergebnis um 2'296 TCHF besser aus als erwartet und entspricht aus finanzieller Sicht einer sehr erfreulichen Entwicklung.
Massgeblich zu diesem positiven Resultat beigetragen haben die höheren Steuereinnahmen sowie tiefere Personalkosten. Bei den Steuererträgen handelt es sich insbesondere um Nachholeffekte bezogen auf den kantonalen Veranlagungsrückstand. Diese Entwicklung ist als wenig nachhaltig einzustufen.
Die tieferen Personalkosten sind darauf zurückzuführen, dass – wie bereits im Vorjahr – eine budgetierte Klasse nicht eröffnet werden musste, weniger Stellvertretungen erforderlich waren als in den vorangegangenen Jahren und budgetierte Fördermittel nicht vollständig ausgeschöpft wurden.
Im Vorjahresvergleich liegt der operative Aufwand rund 100 TCHF tiefer. Die insgesamt stabile Finanzlage verschafft der Sekundarschule mit Blick auf das überdurchschnittliche Bevölkerungswachstum in Bottighofen und Lengwil-Oberhofen eine gewisse Handlungsfähigkeit. Mittelfristig ist infolge steigender Schülerzahlen jedoch wieder mit einem höheren Aufwand zu rechnen.
Gestufter Erfolgsausweis
Nachstehende tabellarische Aufstellung führt Positionen auf, die wesentlich zur Abweichung im Budgetvergleich beitragen (Beträge über 100'000 Schweizer Franken):
+ Ergebnisverbesserung / – Ergebnisverschlechterung
Betrieblicher Aufwand
Personalaufwand
Der Personalaufwand betrug CHF 11.6 Mio. (Vorjahr CHF 11.8 Mio.) und entspricht 62% des Gesamtaufwandes. Gegenüber dem Budget liegt er rund CHF 0.7 Mio. tiefer.
Eine zusätzlich geplante siebte Klasse mussten wir nicht eröffnen, da der prognostizierte Schülerzuwachs kleiner ausfiel. Die Entwicklung der Schülerzahlen bleibt aufgrund kurzfristiger Zu- und Wegzüge, insbesondere auch durch Übertritte an Sport-, Privat- oder Schulen im grenznahen Raum, schwer planbar. Entsprechend ist es finanzpolitisch angezeigt, im Budget einen gewissen Handlungsspielraum vorzusehen.
Der kantonale Teuerungsausgleich betrug per 1. Januar 2025 0.5%, budgetiert war 1%. Infolge der insgesamt tieferen Lohnsumme reduzierten sich die Arbeitgeberbeiträge an AHV und Pensionskasse.
Im Niveauunterricht wurden die Pensen frühzeitig den effektiven Schülerzahlen angepasst. In den neunten Klassen, insbesondere im E-Niveau, sind infolge hoher Übertrittsquoten kleinere Bestände zu verzeichnen. Bei den G-Klassen führten Wegzüge zu teilweise kleinen Klassengrössen. Von kurzfristigen Klassenschliessungen sahen wir bewusst ab; stattdessen reagierten die Schulleitungen mit angepasster Stundenplanung in den Niveaufächern.
Förderangebote setzten wir bedarfsgerecht ein, ohne das Budget vollständig auszuschöpfen. Ziel bleibt eine effiziente Mittelverwendung unter Wahrung tragfähiger Lern- und Arbeitsbedingungen.
Das frühere Timeout-Angebot stellten wir per Schuljahr 25/26 ein. Die frei gewordenen Ressourcen überführten wir in das neu konzipierte Kompetenzzentrum Schulsozialarbeit. Die Minderkosten im Umfang von rund 100 TCHF (inklusive Sozialkosten) lagerten wir entsprechend um.
Schulsozialarbeit
Die Schulsozialarbeit richteten wir 2025 neu aus. Mit dem Modell «Coaching Plus» wird Unterstützung vermehrt im bestehenden schulischen Umfeld geleistet. Seit Beginn des Schuljahres 25/26 ist die Schulsozialarbeit mit erhöhtem Pensum direkt in den Schulhäusern präsent und eng in die Schulstrukturen eingebunden.
Die Personalkosten in diesem Bereich liegen mit 66 TCHF über Budget. Diese Mehrkosten stehen im Zusammenhang mit der strategischen Stärkung dieses Angebots, welches angesichts zunehmender psychosozialer Herausforderungen bei Jugendlichen an Bedeutung gewinnt.
Sachaufwand
Der Sach- und Betriebsaufwand belief sich auf CHF 2.3 Mio. (Budget CHF 2.5 Mio., Vorjahr effektiv CHF 2.4 Mio.).
Material- und Warenaufwand
Der Material- und Warenaufwand betrug 448 TCHF (Vorjahr 451 TCHF) und lag rund 60 TCHF unter Budget. Rund 20% des Sachaufwandes entfallen auf diesen Bereich.Die Kosten verteilen sich auf Lehrmittel und Schulmaterial, Betriebs- und Verbrauchsmaterial der Hauswartungen sowie Lebensmittel für den WAH-Unterricht (WAH = Fach Wirtschaft, Arbeit, Haushalt). Die tiefere Belastung ist Ausdruck einer insgesamt umsichtigen Mittelverwendung.
Nicht aktivierbare Anlagen
Die Ausgaben für Mobilien, Geräte und Hardware betrugen 248 TCHF über die Erfolgsrechnung (Vorjahr 256 TCHF).
Für den Schulbereich wurden 118 TCHF in neues und in Ersatzmobiliar investiert:
- Im Schulzentrum Egelsee ersetzten wir Schülertische und -stühle.
- Im Schulzentrum Remisberg wurden verschiedene Klassenzimmer mit Stehtischen bestückt und Handarbeitstische erneuert.
- Die Schulsozialarbeit benötigte zusätzliches Mobiliar für den Einzug im ehemaligen Domizil der Timeout-Schule.
- Zusätzlich sei erwähnt, dass die Mobiliar-Ersatzbeschaffung im Schulhaus Pestalozzi über die Investitionsrechnung erfolgte.
Für Geräte wendeten wir 68 TCHF auf (Vorjahr 79 TCHF). Im Schulzentrum Egelsee wurde ein Teil der Nähmaschinen ersetzt.
Neben kleineren Ersatzanschaffungen in der Hauswartung mussten wir auch die Scheuersaugmaschine im Dreispitz ersetzen.
Die Hardwareanschaffungen beliefen sich auf 112 TCHF (Vorjahr 50 TCHF), budgetiert waren 99 TCHF. Die Schülergeräte wurden wieder gekauft und nicht mehr geleast. Zeitgleich verlängerten wir die Nutzungsdauer der Schülergeräte von drei auf sechs Jahre. Dadurch fallen in den ersten drei Jahren höhere Anschaffungskosten an, während die Geräte in den folgenden drei Jahren weiterverwendet werden und lediglich Kosten für Ersatzbeschaffungen im Falle von Defekten entstehen.
Ver- und Entsorgung Liegenschaften
Die Ver- und Entsorgungskosten beliefen sich im Jahr 2025 auf 213 TCHF und lagen damit 69 TCHF unter dem Vorjahreswert. Im Budget waren 234 TCHF veranschlagt.
Die Reduktion widerspiegelt die energetischen Sanierungsmassnahmen an den Gebäudehüllen sowie die Umstellung der Heizsysteme auf erneuerbare Energien. Erstmals erfolgte zudem die Weiterverrechnung der anteiligen Stromkosten der Spitzenlast des Bades Egelsee an die Stadt.
Dienstleistungen und Honorare
Die Kosten für Dienstleistungen, Honorare und Support beliefen sich im Jahr 2025 auf 243 TCHF (Budget 320 TCHF) und lagen damit unter dem Vorjahreswert von 273 TCHF.
Die grössten Positionen:
- Honorare für externe Berater: 78 TCHF
- Informatiknutzungskosten: 74 TCHF
- Sachversicherungen: 52 TCHF
Der Beratungsaufwand umfasste neben Rechtsberatungen die temporäre Stellvertretung im Bereich Payroll sowie die zweite Etappe der Reorganisation der Archivlösung in Zusammenarbeit mit dem Staatsarchiv.
Baulicher und betrieblicher Unterhalt
Der aktuelle Gebäudeversicherungswert der Sekundarschulliegenschaften (inklusive Miteigentum Anteil Dreispitz) beträgt rund CHF 81 Mio. Für den baulichen Unterhalt budgetierten wir 536 TCHF, tatsächlich verwendet wurden 532 TCHF (Vorjahr 516 TCHF).
Neben den wiederkehrenden allgemeinen Unterhaltsarbeiten sowie dem regelmässigen Service an den Schul- und Sportanlagen wurden folgende grössere bauliche Massnahmen umgesetzt:
Egelsee
- Ehemalige Hauswartwohnung: Umnutzung für den Förderunterricht
- Erweiterung der Schliessanlage mit Batchsystem
- Musikanlage und Lichtsteuerung Turnhallentrakt
- Die Sanierung der Naturwissenschaftszimmer wurde zurückgestellt.
Remisberg
- Erneuerung der Gong-Anlage
- Abdichtung der Wand Ost
- Fluchttür Turnhalle gemäss Brandschutzvorschriften
- Erweiterung der Schliessanlage mit Batchsystem
Dreispitz
- Türautomatik mit Sensorik Eingangstür
- Teilsanierung ausfahrbare Tribüne / Schienensystem
- Umnutzung Geräteraum unter Tribüne
- Anpassung Musikanlage
Mieten, Leasing, Pachten, Benützungsgebühren
Die Gesamtkosten in diesem Bereich beliefen sich im Jahr 2025 auf 127 TCHF, während im Budget 146 TCHF veranschlagt waren (Vorjahr 98 TCHF).
Im Zuge der Überprüfung der Kostenstrukturen entschieden wir, die Schülertablets künftig nicht mehr zu leasen, sondern sie zu kaufen. Gleichzeitig wurde die Nutzungsdauer von drei auf sechs Jahre verlängert. Dadurch entstehen in der Übergangszeit zwar höhere Anschaffungskosten bei der Hardware, langfristig jedoch Einsparungen. Der letzte Leasingvertrag für Tablets läuft 2027 aus.
Weiterhin beibehalten werden wir hingegen das Leasing sämtlicher Kopiergeräte und Drucker, das sich bewährt hat.
Spesenentschädigungen
Im Jahr 2025 wurden für Projektwochen, kulturelle Angebote, Exkursionen, Schulreisen und Lager 315 TCHF aufgewendet (Vorjahr 323 TCHF). Diese Anlässe leisten einen wichtigen Beitrag zur ganzheitlichen Bildung und zur Stärkung sozialer Kompetenzen.
Das Budget bildet jeweils den maximal möglichen Kostenrahmen ab. Zusätzlich werden Beiträge von Jugend und Sport sowie von Kulturförderstellen konsequent beantragt.
Abschreibungen
Der Abschreibungsaufwand für das Jahr 2025 belief sich planmässig auf CHF 1.2 Mio. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 178 TCHF.
Neu abgeschrieben werden unter anderem die Fassaden- und Dachsanierung des Turnhallentrakts Egelsee, die Sanierung des Altbaus Pestalozzi inklusive Erdbebenertüchtigung sowie die Investitionen im Zusammenhang mit der Gesamteröffnung des Bades Egelsee.
Finanzaufwand
Der Zinsaufwand belief sich im Jahr 2025 auf 71 TCHF und lag damit unter dem budgetierten Wert von 104 TCHF. Dank verbessertem Cashflow mussten keine zusätzlichen Fremdmittel aufgenommen werden. Ein Kredit über CHF 2 Mio. wurde Ende Februar 2026 zur Rückzahlung fällig.
Transferaufwand / Finanz- und Lastenausgleich
Der Transferaufwand, der Transaktionen mit anderen Körperschaften und Beiträge an Gemeinwesen und Dritte umfasst, belief sich im Jahr 2025 auf CHF 3.4 Mio. Damit lag er CHF 0.2 Mio. unter dem budgetierten Betrag von CHF 3.7 Mio.
Die Beiträge an den kantonalen Finanzausgleich betrugen CHF 2.56 Mio. Aufgrund der gestiegenen Steuerkraft ist künftig mit höheren Beiträgen zu rechnen.
Der 30%-Anteil am Defizitbeitrag an die Stadt Kreuzlingen für das Bad Egelsee fiel 113 TCHF tiefer aus als budgetiert, insbesondere aufgrund höherer Besucherzahlen und gestiegener Beiträge der Nachbargemeinden.
Betrieblicher Ertrag
Steuern
Bei einem Steuerfuss von 22% belief sich der Fiskalertrag auf CHF 17.6 Mio. (Budget CHF 16.4 Mio.).
Die um CHF 1.2 Mio. höheren Steuereinnahmen sind vor allem auf Nachholeffekte bei den natürlichen Personen aus Vorjahren zurückzuführen.
Die Steuerkraft stieg gegenüber dem Vorjahr um 5% bzw. CHF 112 pro Einwohnerin und Einwohner. Diese Entwicklung ist voraussichtlich nicht nachhaltig und wird sich auf die künftigen Beiträge an den Finanzausgleich auswirken.
Finanzerträge
Der Finanzertrag umfasst Zinserträge, Liegenschaftserträge sowie Gewinne aus der Neubewertung und/oder Veräusserung von Finanzvermögen. Im laufenden Jahr wurden Finanzerträge in Höhe von 435 TCHF (Vorjahr 394 TCHF) erzielt.
Die Zinserträge aus Steuerforderungen kamen auf 15 TCHF.
Die Einnahmen aus der Liegenschaftsvermietung stiegen von 379 TCHF im Vorjahr auf 419 TCHF. Dieser Anstieg reflektiert die Einnahmen aus der Vermietung an die Primarschule: Mehrere Kindergartenabteilungen und Primarschulklassen nutzen die Turnhallen der Sekundarschule. Aufgrund des steigenden Raumbedarfs wurde eine transparente Kostenverrechnung notwendig und im vergangenen Kalenderjahr eingeführt.
Rückerstattungen, Schul- und Kursgelder
Die Gesamteinnahmen aus Benützungsgebühren von Einzel- und Dauerbelegungen im Jahr 2025 beliefen sich auf 133 TCHF und liegen nur leicht unter den Vorjahreszahlen von 136 TCHF. Budgetiert waren 115 TCHF.
Transfererträge
Der Transferertrag belief sich im Jahr 2025 auf CHF 1.3 Mio. und setzte sich wie folgt zusammen:
- Grundstückgewinnsteuern: CHF 0.9 Mio.
- Schulgeld und Entschädigungen für erbrachte Dienstleistungen gegenüber der Primarschulgemeinde sowie auswärtigen Schulgemeinden: CHF 0.2 Mio.
- Direktzahlungen des Kantons für die integrative Beschulung: CHF 0.2 Mio.
Grundstückgewinnsteuern
Im Jahr 2025 wurden Einnahmen aus Grundstückgewinnsteuern in Höhe von CHF 0.9 Mio. erzielt. Im Budget vorgesehen waren CHF 1.1 Mio.
Der Anteil der Grundstückgewinnsteuern berechnet sich am relativen Anteil des Steuerfusses von Primar- und Sekundarschulgemeinde. Wegen der Steuerfusserhöhung der Primarschule hat sich der Anteil der Sekundarschule entsprechend reduziert.
Ausserordentlicher Ertrag
Die Entnahmen aus Vorfinanzierungen fallen aufgrund der Fertigstellung der Fassaden- und Dachsanierung des Turnhallentrakts sowie der Gesamteröffnung des Bades Egelsee planmässig um 191 TCHF höher aus als im Vorjahr.
Ergebnisverwendung
Der Einnahmenüberschuss vor Gewinnverwendung beträgt CHF 1'165’989 und ist sehr erfreulich. Vorbehältlich der Genehmigung durch den Souverän sollen CHF 700’000 in die Reserven für Baufolgekosten eingelegt werden, während der verbleibende Gewinn von CHF 465’989 dem Eigenkapital zugeschlagen wird.
Ausblick
In den kommenden Jahren wird sich das Eigenkapital weiter verringern, da die wachsende Organisation infolge steigender Schülerzahlen zu einem höheren operativen Aufwand führen wird. Zudem werden wir die zweckgebundenen Vorfinanzierungen über die Nutzungsdauer der Investitionen schrittweise dem Eigenkapital entnehmen.
Prognosen zufolge sind mittelfristig Verluste zu erwarten. Daher werden die Kostenstrukturen regelmässig überprüft und – wo sinnvoll und ohne Einbussen bei der Schulqualität – optimiert. Langfristiges Ziel bleibt es, ein ausgeglichenes Haushaltsbudget zu erreichen.