Ort

Schulgemeinde Kreuzlingen, Pestalozzistrasse 15, 8280 Kreuzlingen

Telefonnr.

071 677 10 00

Rechnung Sekundarschulgemeinde 2023

Kommentar zur Rechnung 2023


Das Rechnungsjahr 2023 schliesst mit einem Aufwandüberschuss von CHF 0.3 Mio. Budgetiert war ein Defizit von CHF 1.0 Mio. Das bedeutet, dass das Ergebnis um CHF 0.7 Mio. besser ausgefallen ist als erwartet. Es wurde hauptsächlich infolge niedrigerer Personalkosten und geringerer Abschreibungen erreicht. Diese Einsparungen konnten sogar die höheren Beiträge an den Finanzausgleich und die etwas niedrigeren Steuereinnahmen ausgleichen.

Im vorliegenden Ergebnis ist auch die Senkung des Steuerfusses um 2 Prozentpunkte auf 22% reflektiert.

Gestufter Erfolgsausweis

Wesentlich zur Abweichung im Budgetvergleich des operativen Erfolges (+ Ergebnisverbesserung / – Ergebnisverschlechterung)

Betrieblicher Aufwand

Personalaufwand

Der Personalaufwand beträgt CHF 11.9 Mio. oder 65% des Gesamtaufwandes und ist um CHF 0.6 Mio. tiefer ausgefallen als budgetiert. Im Vorjahresvergleich ist ein Anstieg um rund CHF 0.2 Mio. oder 2.0% zu verzeichnen. Dies entspricht grossmehrheitlich dem Teuerungszuwachs.

Dem Budget 2023 zugrunde lag folgende Annahme: Aufgrund der Turbulenzen an den Anlagemärkten 2022 wird der Deckungsgrad der Pensionskasse auf unter 100% sinken. In der Folge hätten die angeschlossenen Arbeitgeber 2023 einen Sanierungsbeitrag an die Pensionskasse leisten müssen. Schlussendlich resultierte jedoch ein Pensionskassen-Deckungsgrad von 102.6%. Somit entfielen die Sanierungsbeiträge 2023 und die Arbeitgeberbeiträge waren um 150 TCHF geringer als budgetiert.

Wie geplant haben wir im August 2023 eine zusätzliche G-Klasse im Schulzentrum Egelsee eröffnet. Unser Budget beinhaltet stets einen gewissen Spielraum für Fördermassnahmen. Durch den flexiblen Förderpool erhalten die Schulleitungen die Möglichkeit, auf herausfordernde Klassensituationen zu reagieren und optimale Rahmenbedingungen für alle Beteiligten zu schaffen. Der Förderpool wird nicht grundsätzlich ausgeschöpft, sondern nur genutzt, wenn Bedarf besteht. Infolgedessen verzeichnen wir hier Minderausgaben in Höhe von etwa 140 TCHF.

Aufgrund einer deutlich gestiegenen Zuwanderung aus fremdsprachigen Ländern wurden im Budget zusätzliche Mittel für den Bereich Deutsch als Zweitsprache eingeplant. Von den 166 TCHF haben wir 107 TCHF benötigt, was einer Minderausgabe von 59 TCHF entspricht.

Erfreulicherweise sind die Stellvertretungskosten mit 179 TCHF um 120 TCHF niedriger ausgefallen als im Vorjahr (297 TCHF) und bewegen sich wieder auf das Niveau von vor der COVID-19-Pandemie zu. Dies ist aber zu einem Teil auf eine geringere Anzahl Stellvertretungen infolge Mutterschaft zurückzuführen: Diese sind grösstenteils durch Entschädigungen im Rahmen der Erwerbsausfallversicherung kompensiert worden.

Die Betriebsführung des Hallenbades Egelsee ging per 1. Juli 2023 an die Stadt Kreuzlingen über. Erfreulicherweise konnten allen Mitarbeitenden Anschlusslösungen angeboten werden. Als Folge der Übergabe sind die Personalkosten um 182 TCHF gesunken. Auf der anderen Seite sind die Lohnkosten aufgrund der Eröffnung neuer Klassen und inflationsbedingter Anpassungen im Vorjahresvergleich insgesamt um CHF 0.2 Mio. gestiegen.


Sachaufwand

Die Ausgaben im Bereich Sach- und Betriebsaufwand betragen insgesamt CHF 2.7 Mio. oder 14% des operativen Gesamtaufwandes. Im Budget vorgesehen waren CHF 2.8 Mio. Im Vorjahresvergleich resultiert ein planmässiger Kostenanstieg von CHF 0.4 Mio. CHF (CHF 2.2 Mio.).

Etwa 20% des Sachaufwands oder CHF 0.5 Mio. wurden für den Material- und Warenaufwand verwendet. Es ist anzumerken, dass ein spürbarer Preisanstieg bei Lehr- und Lebensmitteln im Schulbereich sowie bei Betriebs- und Verbrauchsmaterial für Hauswartungen zu verzeichnen ist. Trotz dieser Herausforderungen blieben die Kosten insgesamt um 39 TCHF unter dem Budget. Dies ist auf den massvollen und haushälterischen Umgang mit den vorhandenen Mitteln zurückzuführen.

Die Anschaffungen im Bereich Mobiliar, Maschinen und Hardware entsprechen mit 179 TCHF den Budgetvorgaben. Altersbedingt wurden diverse Lehrerarbeitsplätze für 45 TCHF ersetzt. Im Schulzentrum Egelsee musste aufgrund eines Einbruchs an Ostern ausserplanmässig neues IT-Equipment beschafft werden. Der entstandene Schaden belief sich auf rund 32 TCHF, der von der Versicherung übernommen wurde. Im Hauswartungsbereich haben wir für 30 TCHF diverse Geräte ersetzt und in den Schulzentren jeweils einen Wasserspender installiert.

Die Budgetierung der Energiekosten für das Jahr 2023 gestaltete sich wegen der Energiekrise 2022 als herausfordernd. Für die Ver- und die Entsorgung im Liegenschaftsbereich haben wir 485 TCHF budgetiert. Die tatsächlichen Ausgaben belaufen sich nun auf 450 TCHF (17% des Sachaufwandes), was unter Berücksichtigung der Umstände als Punktlandung angesehen werden kann.


Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass wir dank bereits durchgeführter Sanierungsmassnahmen die Energieeffizienz haben steigern können – das schlägt sich in geringeren Verbrauchszahlen nieder. Einen weiteren Meilenstein bedeutet die Heizungssanierung im Schulzentrum Pestalozzi. Im kommenden Jahr wird zudem die neue Erdsondenheizung im Schulareal Egelsee in Betrieb genommen, welche die fossile Ölheizung ablöst.

Die Ausgaben im Bereich Dienstleistungen und Honorare belaufen sich auf 261 TCHF, während im Budget CHF 244 vorgesehen waren. Insgesamt wurden 96 TCHF für externe Berater und Fachexperten sowie IT-Applikations-Support eingesetzt. Die Versicherungskosten sind aufgrund der angepassten Liegenschaftswerte um 15 TCHF höher als erwartet.

Der aktuelle Gebäudeversicherungswert der Sekundarschulliegenschaften beläuft sich auf rund CHF 80 Mio. Für den baulichen Unterhalt wurden 653 TCHF budgetiert, davon wurden 610 TCHF verwendet (Vorjahr 381 TCHF). Die grössten Positionen sind nebst den wiederkehrenden allgemeinen Positionen jene für den regelmässigen Service und den Unterhalt der Schul- und Sportanlagen.


Egelsee

  • Erneuerung der Schweissanlage- Werkstatt
  • Erneuerung der Schliessanlage

Remisberg

  • Sanierung des Allwetterplatzes
  • Erneuerung der Schliessanlage
  • Ersatz Gasbrenner / Anpassung Heizung
  • Brandschutzplanung

Pestalozzi

  • Unterhalt Parkett Singsaal
  • Umbau der Werkräume zur Unterrichtsgestaltung nach Lehrplan
  • Einzäunung Biotop und Mehrzweckplatz
  • Erneuerung Schliessanlage

Dreispitz

  • Ersatz Leuchtmittel / Teilumstellung auf LED

Burgerfeld

  • Belagsreinigung Rundbahn und Neumarkierung
  • Ersatz Leuchtmittel / Umstellung auf LED
  • Planungskonzept Erneuerung Lichtmasten

Die Lager und die Schulreisen sind prägende Erlebnisse im schulischen Werdegang eines jeden Kindes. Es ist erfreulich festzustellen, dass unsere Lehrpersonen nach Jahren der Einschränkungen diese Aktivitäten wieder mit viel Engagement und einer gewissen Planungssicherheit durchführen können, abgesehen von witterungsbedingten Einschränkungen (Schneemangel, Wetterkapriolen). Insgesamt wurden für Exkursionen, Schulreisen und Lager 361 TCHF benötigt, während im Budget 413 TCHF vorgesehen waren.

Insgesamt kann bei einer Budgetabweichung von 122 TCHF oder 4.6% im Sach- und übrigen Betriebsaufwand von einer Punktlandung gesprochen werden. Ein Dank allen Schulleitungen, den Lehrpersonen, dem Hausdienst und den Verwaltungsmitarbeitenden für den umsichtigen Einsatz der verfügbaren Mittel.


Abschreibungen

Der Abschreibungsaufwand beträgt analog dem Vorjahr CHF 0.9 Mio. und fällt um CHF 0.4 Mio. niedriger aus als budgetiert. Diese Differenz resultiert aus Verzögerungen beim Bau, insbesondere bei der Heizungssanierung sowie der Dach- und Fassadensanierung im Schulzentrum Egelsee. Diese Verzögerungen sind auf Einsprachen zurückzuführen, die im Frühjahr 2023 zu einem Bauunterbruch führten. Die Inbetriebnahme ist neu für 2024 geplant.

Transferaufwand / Finanz- und Lastenausgleich

Die Zahlungen der Sekundarschulgemeinde an den Finanzausgleich des Kantons belaufen sich im vergangenen Jahr auf insgesamt CHF 1.7 Mio. Budgetiert waren CHF 2.0 Mio. Im Vorjahr belief sich die Beitragszahlung auf CHF 2.0 Mio.

Die Budgetierung der Beitragszahlung ist herausfordernd, da die meisten Parameter nicht durch die Schulgemeinde beeinflussbar sind. Insbesondere die Entwicklung der Steuerkraft – die eigene und diejenige aller Schulgemeinden – spielt dabei eine wesentliche Rolle. Infolge der generell positiven Entwicklung der Steuerkraft fallen die effektiven Abgaben an den Kanton geringer aus als vorgesehen.


Betrieblicher Ertrag

Steuern

Der gesamte Fiskalertrag für 2023 wurde mit CHF 15.8 Mio. veranschlagt, dies bei einem um 2% tieferen Steuerfuss von 22% gegenüber dem Vorjahr (CHF 16.7 Mio.). Die Rechnung 2023 schliesst mit CHF 15.6 Mio. ab. Die Mindereinnahmen resultieren massgeblich aus geringeren Steuereinnahmen von natürlichen Personen (–CHF 0.4 Mio.), wohingegen die Steuereinnahmen von juristischen Personen um CHF 0.2 Mio. höher sind als im Vorjahr. 

Das Ergebnis wäre vermutlich ausgeglichen gewesen, wenn der niedrige Veranlagungsstand bei den natürlichen Personen, insbesondere bei den Quellensteuerpflichtigen, mit einem Betrag von -522 TCHF nicht negativ zu Buche schlagen würde. Die nötige Reorganisation der Steuerverwaltung hinterlässt Spuren in Form von tiefen Steuerveranlagungszahlen.

Die teuerungsbedingten Lohnerhöhungen und die niedrige Arbeitslosenquote haben höhere Einnahmen vermuten lassen als tatsächlich eingetroffen sind. Auf eine Abgrenzung wurde verzichtet, da sie entgegen der gängigen Praxis und ohne vorliegende definitive Veranlagung schwer abschätzbar ist.

Entgelte

Die Einnahmen sind mit 325 TCHF um rund 80 TCHF höher als budgetiert. Der Raumbedarf an Hallen durch kantonale und private Schulen ist gestiegen. Dies spiegelt sich in den höheren Einnahmen. Auch die Einnahmen der Wochenendbelegungen sind im Budgetvergleich höher.

Transfererträge

Insgesamt konnten Einnahmen von CHF 1.0 Mio. verzeichnet werden (Vorjahr 1.3 TCHF). Der Transferertrag beinhaltet im Wesentlichen die Einnahmen der Grundstückgewinnsteuer.


Ergebnisverwendung

Der Aufwandüberschuss von insgesamt CHF 300'710 fällt um CHF 732'018 geringer aus als budgetiert. Der Verlust soll mit dem freien Eigenkapital aus Bilanzüberschüssen der Vorjahre verrechnet werden. Dadurch kann das über die vergangenen Jahre angehäufte und strukturell bedingt überhöhte Eigenkapital massvoll reduziert werden.

Auf eine Einlage in die Reserven für Baufolgekosten verzichten wir bewusst, obwohl dies auch bei einem negativen Geschäftsergebnis möglich gewesen wäre.

Das Eigenkapital (einschliesslich zweckgebundener Eigenmittel) beträgt nach Zuweisung der Verlustverrechnung CHF 20 Mio. Dies entspricht einer Eigenkapitalquote von 112.5%. Die Eigenkapitalquote bemisst den Anteil des Eigenkapitals am laufenden Aufwand und sollte sich laut kantonalen Vorgaben zwischen 20 und 40% bewegen. Mit der letztjährigen Steuersenkung tragen wir diesem Umstand Rechnung.

Eigenkapitalquote

in Prozent